Das Modelabel Wunderkind

Das Wunderkind feiert seine Auferstehung

Noch vor einem Jahr sah alles danach aus, als ob die bis dahin eher kurze Geschichte des Modelabels Wunderkind von Wolfgang Joop alsbald der Vergangenheit angehören würde. Finanzielle Nöte und ein heftiger Disput mit seiner Tochter Jette veranlassten den deutschen Modezar aus Potsdam beinahe dazu das durchaus erfolgreiche Label Wunderkind, zumindest was den Zuspruch und die Kritiken der Modekenner angeht, ganz aus der Hand zu geben und zu begraben. Jedenfalls hielt sich die Lust weiter in gegebener Konstellation zusammenzuarbeiten mehr als in Grenzen.

Neustart für drei Millionen

Doch so einfach lässt sich ein erfolgreicher und von sich und seinem Können überzeugter Wolfgang Joop nicht in die Schranken weisen. Zuviel Herzblut hing wahrscheinlich an seinem neuem Label (gegründet 1999 nach dem Verkauf von Joop!vo im Jahr 1998). Er vollzog also eine Zäsur, kaufte sein „Wunderkind“ für rund drei Millionen Euro wieder zurück in seinen Privatbesitz und beginnt nun quasi wieder von neuem. – Ganz ohne streitbare Investoren, mit nur noch wenigen Boutiquen, ohne den ganz großen Hype, dafür aber mit noch mehr an persönlichem Engagement und Understatement, als der mittlerweile 67-Jährige ohnehin schon immer in seine Kollektionen legte.
Mode war für Joop schon immer eine ganz persönliche Sache, was gepaart mit den außergewöhnlichen Ideen was Formen, Materialien und Farben angeht, zu seinem Markenzeichen und Erfolgsgeheimnis wurde. Egal was genau der Modepapst aus Potsdam anfängt, der Applaus der Massen scheint ihm gewiss. Dies war so und so ist es, wie sich spätestens nun zeigt, noch immer.
Nun ist er wieder ganz alleine der Chef; niemand versucht ihm in sein „Buiz“ herein zu reden und der Erfolg stellte sich (fast schon selbstredend) postwendend ein.

Wiederauferstehung in der Villa Rumpf

Und dies obwohl Joop und seine Wunderkind-Kollektionen den angesagten Fashionweeks des Frühjahres fern geblieben sind und dafür in seine Potsdamer Villa Rumpf geladen hat, wo die neusten Kreationen des großen Meisters, fast schon in kleinem und beschaulichen, aber in jedem Fall exklusiven privaten Rahmen, präsentiert wurden.

Wieder einmal wusste Joop die insgesamt dann doch über 200 geladenen Gäste zu begeistern und zu überzeugen. Was anderes erwartet hat nicht wirklich jemand, doch der minutenlange, fast schon frenetische, Applaus im Anschluss an die Präsentation seiner neusten Werke, war schon beinahe ausufernd und stellt in der Branche in dieser Form eher eine absolute Ausnahme dar.

Überzeugen konnte Joops Wunderkind mit dem typischen Joop-Style, dem er auch in seiner aktuellen Herbst-/Winterkollektion treu bleibt. Wie gewohnt sparte der Designer nicht an edelstem

Material, welchem er mit seinen beeindruckenden Schnitten ganz außergewöhnliche Formen verleiht. Kurz: Haute Couture der Spitzenklasse! – Wie so oft bei Entwürfen aus Joops Feder opulent und subversive wirkend und dabei das ganz besondere Etwas ausstrahlend.

Was die Zukunft bringt wird sich zeigen…

Wie es nun konkret weitergeht, dazu äußert sich der Modezar nicht konkret. Zulange ist dieser wohl im Geschäft und hat dabei zahlreiche positive, aber eben auch zahlreiche negative Erfahrungen gemacht als nun, nach dem ersten Erfolg nach dem Comeback seines „Wunderkindes“ allzu großes anzukündigen. Dafür ist er viel zu erfahren und kennt seine Pappenheimer der Branche viel zu gut.

Immerhin ließ sich der Potsdamer schon zu der Aussage hinreißen, dass er sich durchaus vorstellen könne wieder eine eigene große Show in Paris laufen zu lassen. Warten wir ab, was weiter geschieht… – insbesondere in der Welt der Mode ist wohl nicht unmöglich und Joop an sich ist bekanntermaßen auch immer für eine oder gleich mehrere Überraschung gut.

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